Die Informatik dringt, wie die Digitalisierung in alle Lebensbereiche. Immer mehr Jobs entstehen, wachsen in dieser Branche. Es wird überall nach Fachkräften in diesem Bereich gesucht. Der IT-Bereich ist vielfältig, zukunftsorientiert und bietet nach wie vor große Karrierechancen. Wer in diesem Bereich tätig ist, dem stehen viele Türen offen – Frauen wie Männern. Ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen den Geschlechtern gibt es noch nicht, denn zahlenmäßig sind hier die Männer immer noch in der Überzahl. Aber aktuelle Prognosen gehen zumindest davon aus, dass sich die Anzahl von Frauen, die in der IT arbeiten werden, weiter steigen wird. Auch wir bei catworkx möchten Frauen ermutigen, sich für die IT zu begeistern. Eine, die das vor langer Zeit schon getan hat, ist unsere Kollegin Tina aus Wien. Wir haben bei ihr nachgefragt, warum sie sich damals ganz bewusst für die IT entschieden hat.

Stell’ Dich bitte einmal kurz vor! Wer bist Du? Was machst Du bei catworkx??

Tina: Ich heiße Tina Myerscough, bin 36 Jahre alt und arbeite seit 2019 als Atlassian Senior Expert bei catworkx am Standort Wien. Ich habe zwei Kinder, in meiner Freizeit mache ich sehr gerne Sport und derzeit viel Krafttraining. Das wäre jetzt auch so ein Stereotyp …. vielleicht ;-), den ich gerne breche. Aber ja, auch Frauen können mit Eisen umgehen …

Einerseits berate ich Kunden konzeptionell bei ihren Projekten, als auch in der technischen Umsetzung. Außerdem leite ich unser OSS-Team (Operations & Support Services) am Standort Wien.

Darüber hinaus werde ich gerne beruflich als professionelle Kaffeetrinkerin bezeichnet. Öfter als man glaubt, verstecke ich mich auch im Schrank mit Nerf Gun um meine lieben Kolleginnen und Kollegen zu erschrecken. Für mich sind Arbeit, Spaß und Freude kein Widerspruch sondern eine Symbiose, ganz nach dem Motto: Do what you love, love what you do.

 

Wieso hast Du dich damals für die IT entschieden, was hat dich daran gereizt?

Tina: In Österreich kann man mit 14 Jahren berufsbildende höhere Schulen besuchen und mir war damals schon klar, es muss IT sein. Damals war die IT der absolute Boom und der Zukunftsjob schlechthin. Man muss dazu sagen, dass ich damals noch nicht einmal einen Computer hatte, den mussten meine Eltern sogar von der Schule mieten. Bei drei Mädchen in der Klasse war auch schnell klar, … das ist jetzt nicht so der klassische Frauenjob.

Auch im Ausland, während meines IT-Studiums, hat sich diese Situation so dargestellt.

Das ist im Übrigen bei den meisten IT-Konferenzen nicht mehr ganz so, wenn man dann aber ins IT-Management bzw. leitende Positionen wechselt, dann ist es wieder ganz genau so.

 

Warum ist die IT, das IT-Umfeld heute immer noch ein attraktiver Tätigkeitsbereich für Dich, was beinhaltet ein attraktives IT-Umfeld für Dich?

Tina: Die IT ist mittlerweile ein extrem breitgefächertes Gebiet, da eigentlich jede Business-Abteilung IT-Lösungen braucht und die IT sich ja auch stark weiterentwickelt hat. Es sind nicht mehr nur die Coder mit Kopfhörern im Keller. 😉 Software-Entwicklung ist sehr viel kommunikativer geworden. Es werden Dialoge geführt, es findet ein Review der geleisteten Arbeit statt und generell ist alles sehr teamorientiert. Das ist toll!

Ich habe ein Riesenglück bei catworkx zu arbeiten. Meine Tätigkeit hier gibt mir tatsächlich die Freiheit, die ich brauche. Ich bin sehr leistungsorientiert und möchte dafür aber auch meinen Arbeitsalltag selbstständig gestalten, auch mal Dinge ausprobieren, “outside of the Box-Sachen” machen und das Recht habe, Dinge kritisch und ehrlich zu hinterfragen, die ich als nicht optimal empfinde.

So wie sich die IT konstant weiter entwickelt, schreitet auch die Digitalisierung voran, ob man das will oder nicht, und zwar mit Riesenschritten. Aber an diesem Punkt aktiv mitgestalten zu dürfen und vor allem meine persönliche Note der Menschlichkeit in die Technik zu bringen – und wenn das auch funktioniert – das ist für mich immer ein sehr schönes Erlebnis.

 

IT ist in vielen Köpfen – gerade außerhalb des IT-Umfelds – oft noch mit Softwareprogrammierung verbunden. Muss man gut programmieren können, um eine erfolgreiche IT-Karriere hinzulegen? Auf welche anderen Qualitäten und Skills kommt es Deiner Meinung nach an?

Tina: Die Softwareentwicklung ist auch mein beruflicher und ausbildungstechnischer Hintergrund. Ich muss sagen, es ist per se kein Nachteil, wenn man ein gewisses technisches Denkmuster trainiert hat. Dadurch hat man eine facettenreiche Bandbreite an einem grundlegenden Verständnis für IT-Themen.

Es gibt aber schon so viel mehr Jobs in der IT, die sich vor allem in der Entwicklung gar nicht so sehr um tiefe technische Themen drehen, sondern die Analyse, die Konsensbildung und Problemstellungen aufnehmen und diese entsprechend strukturieren. Es geht also um Kommunikation und Koordination.

Die klassischen Soft Skills finde ich besonders wichtig: Zuhören können, in einem Team arbeiten und einen kühlen Kopf bewahren können sowie über die Fähigkeit zu verfügen, über die eigene Arbeit und Arbeitsweise nachzudenken. Denn auch hier gilt, die IT bleibt nicht stehen, man muss sich daher laufend anpassen und bereit sein, auch mal Neues auszuprobieren und alte Denkmuster fallen lassen zu können.

 

Was würdest Du jungen ITlerinnen raten, die gerade ins Berufsleben einsteigen?

Tina: Die Antwort auf diese Frage hat bei mir eine Vorgeschichte – die aber war der entscheidende Punkt in meiner Karriere.

Ich saß oft in Meetings, meist mit hierarchisch höher gestellten Kollegen. Bei einigen angesprochenen Themen habe ich meine Meinung dazu notiert, aber nicht gleich gesagt, aus einer Angst heraus, dass eventuell nicht alles zu 100 Prozent durchdacht ist und deshalb vielleicht falsch sein könnte.

Danach, in der Abstimmung mit meinem damaligen Vorgesetzten, bin ich die notierten Punkte durchgegangen und er sagt einmal zu mir: „Tina hinterfrag’ dich nicht ständig. Wenn du glaubst es zu wissen und glaubst, einen Input zu haben, dann sag’ es einfach. Warte nicht auf mein OK, ich vertraue dir. Und wenn es mal nicht klappt, reden wir nachher drüber.”

Das war mein mentaler „Gamechanger” und ich habe ab diesem Zeitpunkt begonnen, Dinge höflich aber direkt anzusprechen, egal wer da jetzt vor mir saß, wenn ich das Gefühl hatte, das ist nicht richtig, was dort gesagt oder besprochen wird. Ab diesem Zeitpunkt haben mich auch die Kollegen anders behandelt, denn es war klar, da kommt etwas von mir zurück.

Deshalb mein Rat: Den Mut haben eine Meinung zu haben, Fragen zu stellen und weniger passiv sein! Hier geht es nicht um Rampenlicht, sondern darum, sein Wissen und die fachliche Kompetenz anzuwenden, Fähigkeiten neu zu erlernen, und auch über den Tellerrand zu schauen.

 

Und last: Wenn Du vor einer Abschlussklasse stehen würdest, welche Botschaft würdest Du den Mädchen, den Frauen und Absolventinnen mit auf den Weg geben?

Tina: Seid direkt und dabei höflich, lasst Eure Leistung für Euch sprechen und schafft Euch ein Arbeitsumfeld das Spaß und Freude bereitet!