Zeit für’s Ehrenamt? Wie gelingt es berufstätigen Arbeitnehmer:innen, diese gesellschaftliche und meistens unentgeltliche Tätigkeit mit dem Beruf zu verbinden. Das haben wir unseren Mitarbeiter, sympathischen Kollegen und Motorradfahrer Ingo gefragt. Er ist in der Bereitschaft des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) als Sanitäter und Zugführer tätig. Was er genau tut – beruflich wie auch ehrenamtlich – wie er beides miteinander verbindet, erzählt er uns in diesem Interview.

Hallo Ingo – stell’ Dich doch bitte einmal kurz vor und sag’ uns, was Du bei catworkx machst.

Ingo: Hallo Leser:innen! Ich bin einer der Atlassian Experts von catworkx und sitze in Hamburg. Mein Schwerpunkt ist die Jira-Beratung und Administration als auch die Trainings. Zusätzlich bin ich auch in Confluence-Themen aktiv.

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Neben deiner Arbeit bei catworkx übst Du auch noch ein Ehrenamt aus, welches?

Ingo: Richtig, ich bin noch in der ehrenamtlichen Bereitschaft des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) an meinem Wohnort als Sanitäter und Zugführer tätig.

Wie bist Du dazu (zum Ehrenamt) gekommen bzw. warum hast Du Dich dafür entschieden?

Ingo: Ich wollte damals nicht zur Bundeswehr und hatte mir eine Alternative gesucht bei der ich frisch ins Berufsleben starten und gleichzeitig etwas Sinnvolles für die Gesellschaft leisten konnte. Auf das DRK bin ich dann durch einen Nachbarn gekommen, der da schon aktiv war.

Profitierst Du in deinem Arbeitsleben vom Ehrenamt? Und wo kommen Arbeitsleben und Ehrenamt im Berufsalltag zusammen?

Ingo: Ob ich davon profitiere? Hier möchte ich eine klare Beraterantwort geben: eindeutig jein. 😃

Im Beruf, wie auch beim DRK, bin ich als Trainer bzw. als Ausbilder tätig. Von der regelmäßigen Praxis als Trainer profitieren beide Seiten.

Man kann aber schon sagen, dass die Tätigkeiten auf den ersten Blick grundverschieden sind. Mein Ehrenamt ist damit ein schöner Ausgleich zur Arbeit.

Es gibt aber auch Parallelen, denn ich brauche für beides ähnliche Fähigkeiten:

  • Logisches und analytisches Denkvermögen für die Problemlösung.
  • Empathiefähigkeit, da ich auch immer mit Menschen zu tun habe.

Im beruflichen Alltag kommt der Kunde mit einem Problem oder Anforderung für Jira oder Confluence – im Ehrenamt kommt ein Patient mit einem medizinischen Problem.

Da ist also schon eine ziemlich große Schnittmenge vorhanden: Problem analysieren und mit den vorhanden Mitteln eine passende Lösung finden.

Wie bekommst du Ehrenamt und Beruf unter einen Hut?

Ingo: Dienstabende und Aus- bzw. Weiterbildungen finden außerhalb der normalen Arbeitszeiten statt und stellen damit kein Problem dar. Bei den Einsätzen sieht das anders aus, hier haben wir verschiedene Arten:

Zum einen gibt es die geplanten Sanitätsdienste wie zum Beispiel den Hamburg Marathon, den Triathlon oder die Cyclassics. Die finden in der Regel an Wochenenden statt und sind kein Problem. Es gibt aber auch die ungeplanten Einsätze. Dazu zählen Evakuierungen, z.B. aufgrund von Blindgängerfunden. Hier habe ich eine Vereinbarung mit catworkx, dass, wenn es die Arbeit zulässt, ich auch während der Arbeitszeit in den Einsatz gehen kann. Das passiert mit hoher Eigenverantwortung. Wenn am gleichen Tag beim Kunden noch eine Auslieferung stattfindet, kann ich natürlich nicht so einfach an so einem Einsatz teilnehmen.

Hast du das Gefühl, dass auch ein Arbeitgeber davon profitiert, wenn man ein Ehrenamt ausübt?

Ingo: Ja, auf jeden Fall. Damit meine ich nicht nur, dass ich natürlich betrieblicher Ersthelfer bei catworkx bin. Generell hilft so ein Ehrenamt andere Sichtweisen zu entwickeln und damit offener auf berufliche Herausforderungen zu reagieren. Die Unterstützung durch den Arbeitgeber ist auch eine zusätzliche Motivation.

Deine Meinung ist gefragt – findest du, dass die Ausübung eines Ehrenamtes eine „Horizonterweiterung” ist?

Ingo: Jap 😃. Okay, das war jetzt etwas zu kurz. Ich möchte das an einem kleinen Beispiel erklären:

Kunden kommen gerne mit: „Ich hätte gerne diese technische Lösung für mein Problem”.

Meine Aufgabe ist es herauszufinden, ob das wirklich die beste Lösung ist. Dazu ein kurzer Ausflug in den medizinischen Bereich:

Hier kommen Patienten und berichten von ihren Symptomen. Um die Ursache für die Symptome zu finden ist es wichtig, in Ruhe zuzuhören und mit weiteren Untersuchungen und Fragen die Ursache zu finden, damit das Problem, also die Ursache und nicht nur die Symptome behandelt werden können.

Wenn man diese Denkweise auf den Beruf anwendet, kann man mit dem Kunden gemeinsam eine gute Lösung erarbeiten.

Würdest Du es generell begrüßen, wenn ehrenamtliches Engagement stärker von Unternehmen gefördert würde?

Ingo: Eine stärke Förderung des ehrenamtlichen Engagements durch Unternehmen ist eine Win-win-Situation – für die Unternehmen als auch für die Mitarbeiter. Die Mitarbeiter sind viel motivierter und können oft auch Fähigkeiten aus dem Ehrenamt in den Beruf einbringen.

Dein Fazit?

Ingo: Ich bin froh, dass mein ehrenamtliches Engagement von catworkx unterstützt wird und kann anderen nur empfehlen, ein Ehrenamt wahrzunehmen. Ob jetzt in einer Hilfsorganisation, in einem Sportverein oder wo auch immer. Es ist eine Bereicherung für beide Seiten und man ist dafür weder zu alt noch zu jung.

 

>> Unser Fazit

Wir bei catworkx begrüßen es, wenn Mitarbeiter:innen sich ehrenamtlich engagieren. Die Vorteile liegen klar auf der Hand. Ob sich ein privat ausgeübtes Ehrenamt mit der Arbeitszeit vereinbaren lässt, hängt von der Tätigkeit selbst ab, aber auch von der eigenen Organisation der jeweiligen Person. catworkx steht dabei für individuelle Absprachen und Vereinbarungen gerne zur Verfügung. Bei Ingo, der sich als Sanitäter beim DRK engagiert, handelt es sich zudem um ein Ehrenamt von besonderem öffentlichen Interesse: Hier besteht ein sog. „Freistellungsanspruch” – für (lebens-)wichtige Einsätze. Nach Rücksprache mit uns, stellt catworkx ihn für die Ausübung seines Amtes frei – das gilt regional, aber auch für deutschlandweite Einsätze (z.B. bei Flutkatastrophen oder ähnlichem).