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Zarafa Tour 2014

Kurzer Nachbericht und exklusives Interview mit Helmuth Neuberger (VP Strategic Partnerships, Zarafa).

Vom 30. September bis 01. Oktober fand die Zarafa Tour 2014 mit über 100 Teilnehmern statt. Basierend auf den Technologien der Groupware Zarafa (ZCP), bietet die Zarafa Tour alljährlich eine Plattform, auf der sich Zarafa User und Experten wie Ingenieure, Entwickler, Administratoren oder Techniker treffen, um sich auszutauschen und Wissen zu teilen.

Wie in den letzten Jahren auch, hatte sich das Zarafa-Team wieder eine besondere Location ausgesucht. Dieses Mal wurde das Ruhrgebiet unsicher gemacht und in Gladbeck sowie im Movie Park Bottrop gastiert. Die Teilnehmer konnten, vor der außergewöhnliche Kulisse des Hollywood Museum, zahlreichen Fachvorträge, Workshops und eine kleine Fachmesse besuchen. Zum Programm gehörte außerdem eine Geocaching Competition, die von allen Beteiligten mit großem Ehrgeiz durchgezogen und vom Team „Hinkender Giraffenfuß“ (Anm. der Red. u.a. catWorkX ;-)) gewonnen wurde.

Das Fachprogramm:

Das Vortragsprogramm startete mit den Keynotes von Brian Joseph (CEO, Zarafa) und Michael Kromer (Head of Professional Services, Zarafa), die dem Publikum einen Überblick über aktuelle Neuerungen und zukünftige Visionen von Zarafa gaben. Zu den Top-News gehörten beispielsweise der neue Zarafa-Service „Z-Files“, der auch Large File Support beinhaltet, oder die neue leistungsstarke Zarafa Search Engine. Deutlich kristallisierte sich außerdem heraus, dass der Fokus zukünftig noch stärker auf Web-Technologien und Mobile-Access liegen wird. Dementsprechend merkte man dem Zarafa-Team die Vorfreude an, als die neu integrierte WebRTC-Technologie von Helmut Neuberger in einer Live-Demonstration präsentiert wurde. catWorkX konnte, in einem exklusiven Interview mit Helmuth Neuberger, mehr über die spannenden Details zu WebRTC und zur Zarafa Roadmap erfahren.

 

Interview mit Helmuth Neuberger (VP Strategic Partnerships, Zarafa):

catWorkX: Herr Neuberger, lassen Sie uns einen kurzen Blick zurückwerfen. Was ist bei Zarafa in den letzten zwölf Monaten passiert?

Helmuth Neuberger: „Vor einem Jahr haben wir auf der Zarafa Tour 2013 eine Aktion durchgeführt. Wir ließen die Teilnehmer Ihre Änderungswünsche für die Zarafa Groupware aufschreiben. Basierend auf dieser Umfrage haben wir uns zusammengesetzt und geschaut, wo gibt es den größten Bedarf. Die drei Hauptpunkte, die unsere User „geschmerzt“ haben, waren Unified Communication, Verschlüsselung als S/Mime und das Handling von größeren Files - und diese Wünsche haben wir in den letzten zwölf Monaten unter anderem umgesetzt. Zusätzlich haben wir in dieser Zeit, da wir auch sehr viele neue Dinge umsetzen, strategische Entscheidungen treffen müssen. Unser CEO Brian Joseph hat das heute auch schon in seiner Keynote angekündigt, dass wir unsere meiste Entwicklungszeit zukünftig in die neuen Technologien für Web und Mobile stecken werden. Solche Sachen wie GUI Clients, zum Beispiel Outlook, werden wir auch weiter machen, das ist aber nicht mehr unser unbedingter Fokus. Wir möchten auf diese neuen Themen eingehen, da wir auch bei Mitbewerbern gesehen haben, wenn man nicht zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Lösungen für diese neuen Themen hat, ist man auch ganz schnell raus aus dem Geschäft.“

catWorkX: Man hat heute gemerkt, wie Sie sich gefreut haben, die neue WebRTC-Technologie für Zarafa zu präsentieren. Können Sie die Funktionalitäten und Besonderheiten zusammenfassen?

Helmuth Neuberger: „Neben den bisherigen Commodity-Funktionalitäten wie E-Mail, Calendering oder Kontaktverwaltung, kann man in der Web-App nun auch Videochats und Videokommunikation in Echtzeit mit allen Kollegen in der Firma aufbauen – und das alles ohne zusätzliche Plugins. Dabei gibt es kaum Latenzen oder Einbußen in der Audio-Qualität, auch wenn sich der Gesprächspartner beispielsweise in Brasilien aufhält. Weiterführend kann man seinen Bildschirm teilen, man kann Präsentationen teilen, man kann Dokumente Peer-to-Peer übertragen, d. h. Dokumente direkt in den Chat via Drag and Drop ziehen und einem oder mehreren Chatpartner/n zur Verfügung stellen. Dokumente, die auf einem eigenen Fileserver abgelegt sind, können in der Web-App außerdem direkt in der Vorschau anzeigt und zur Bearbeitung geladen werden.

Wir betreiben bei Zarafa WebRTC-Testsysteme und diese sind bei uns inzwischen tagtäglich in Gebrauch. Wenn wir die Testsysteme abschalten zur Maintenance, dann beschweren sich die Kollegen sofort und sagen „Warum ist das down?“. Daran merkt man, wie wichtig das für die Zusammenarbeit werden kann. Ich denke, man hat heute auch in den Demos gesehen, dass die Qualität der Sprache und die intuitive Bedienung wirklich ein Meilenstein sind, im Vergleich zu den Vorgängertechnologien.“

catWorkX: Hört man da so etwas wie eine Zarafa-Philosophie der einfachen, intuitiven Bedienung heraus?

Helmuth Neuberger: „Insgesamt macht Zarafa Sachen, die hinten im Backend extrem komplex funktionieren. Diese Komplexität zu verstecken, sodass es für den Benutzer fast intuitiv leicht geht, ist nicht immer einfach und gelingt auch nicht immer - so ist Zarafa eigentlich auch entstanden. Früher war es bei Open-Source-Projekten häufig so, dass nur auf die Funktion geachtet wurde und nicht auf die Usability, nach dem Motto: „Wenn es ein Entwickler bedienen kann, dann reicht das ja.“ Das wollten wir besser machen. Unsere ersten Webclients waren intuitiv wie Outlook, später haben wir das dann verändert und weiter aufgebohrt. Aber eigentlich war unsere Zielsetzung immer so, dass ich vor den Webclient auch meinen Sohn setzen kann und er kann diesen ohne Kenntnisse bedienen.“

catWorkX: Stichworte Open Source, Videochat, Filesharing… solche Dienste gibt es ja gerade wie Sand am Meer. Was ist denn das Bessere oder das Besondere an der Zarafa-Version?

Helmuth Neuberger: „Ich glaube, die WebRTC-Technik ist im Moment die Führende. Ich kenne kein anderes Produkt, das so gut funktioniert. Allerdings ist es „nur“ ein Open-Source-Projekt mit vielfältigen Möglichkeiten. Was ich anschließend daraus integrativ in meiner Applikation mache, das ist die eigentliche Arbeit. Um auf die Frage zurückzukommen: Das Besondere an der Zarafa-Version ist, dass überlegene Technik aus dem Open-Source-Bereich leicht bedienbar gemacht worden ist. Das WebRTC-Projekt, das grob umrissen Verbindungen herstellen kann, gibt es schon seit 2011. Das kann aber im Rohzustand so gut wie niemand bedienen. Schlussendlich muss sich dann auch jemand hinstellen und aus der Open-Source-Vielfalt so das Optimale machen, damit das Endergebnis jeder benutzen kann. Das ist auch das Spannende an der Sache.“

catWorkX: Wie sieht es aus mit dem Thema Sicherheit bei der WebRTC-Technologie?

Helmuth Neuberger: „Open Source ermöglicht uns natürlich auch immer beim Thema Sicherheit, die Verschlüsselung zu nehmen, die wir möchten und nicht irgendein Produkt, das uns jemand vorschreibt. Dabei können wir auch immer auf die allerneuesten Produkte und Versionen zugreifen. Weiterführend haben wir auch das Zertifikate-Management unter eigener Kontrolle.“

catWorkX: Zum Abschluss, was darf man in den nächsten zwölf Monaten von Zarafa erwarten?

Helmuth Neuberger: „Die meiste Arbeit wird weiter in Web und Mobile gehen. Das hatten wir letztes Jahr schon angekündigt und das werden wir beibehalten. Wir werden noch mehr AGPL (Affero General Public License) stellen und noch mehr „Open Sourcen“. Ziel ist es, irgendwann ausschließlich Open-Source-basierte Technologien zu verwenden. Im WebRTC-Bereich wäre beispielsweise die Integration eines SIP (Session Initiation Protocol) ein Ziel, also VOIP-Telefonie. Im Moment kann man Peer-to-Peer arbeiten, aber man kann noch nicht aus der WebApp heraus einen VOIP-Call tätigen. Das wäre natürlich auch eine schöne Funktion. Ziemlich sicher werden wir das mit externen Partnern machen, da wir nicht auf der ganzen Welt Gateways aufstellen können. Aber VOIP wäre auf jeden Fall ein Ziel für die nächsten Monate.“

catWorkX: Herr Neuberger, vielen Dank für das Interview.

 

Für weitere Informationen rund um das Thema Zarafa Groupware, . Wir freuen uns auf Sie.

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